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Microformats machen Web API’s sinnlos!

July 17th, 2006 · 11 Comments · Semantic Web, Thoughts

In den USA fand gerade das zweite Mashup Camp statt und eine der Sessions hat sich mit dem Thema “API’s und Microformats” beschäftigt. Darüber hinaus hat Christine Herron bereits dieses Thema aufgegriffen und sich die gleiche Frage gestellt:

Do microformats make web API’s obsolete?

Auf Grund meines Aufrufs beim Barcamp in Berlin ein Mashup auf Basis von Microformats aus QYPE* und Plazes zu starten (mehr Info’s werden dazu bald folgen), habe ich mich die letzten Tage auch gedanklich mit dieser Frage beschäftigt und festgestellt, dass man diesem Zustand auf jedenfall sehr nahe kommt.

Gänzlich machbar wird es wahrscheinlich noch nicht sein, da man bisher beim Aufbau von solchen Services noch nicht an diese Möglichkeit gedacht hat und die Gegebenheiten daher noch suboptimal sind, um ein Mashup gänzlich ohne API durchzuführen … aber man kommt doch schon verdammt weit!

Da nämlich prinzipiell die Daten, die ich gerne in einem Mashup neu verarbeiten möchte, eh mit Mikroformaten semantisch und damit maschinenlesbar ausgezeichnet sind, brauche ich eigentlich nur noch Crawler und geeignete URL Strukturen, um die nötigen Daten auszulesen und neu zu verarbeiten.

Der universelle Nickname wird gefragter denn je!

Bestes Beispiel hierzu ist eigentlich die Verwendung von Nicknames in URL’s. Es hat sich quasi als Standard bei Web2.0 Diensten etabliert, die persönliche Seite über eine entsprechende URL anzusteuern. Beispiele:

  • http://claimid.com/pixelsebi
  • http://plazes.com/whereis/pixelsebi
  • http://flickr.com/photos/pixelsebi/
  • http://qype.com/people/pixelsebi

Diese Reihe liesse sich noch beliebig forsetzen. Was hier natürlich auffällt, ist das mein wahrer Name nicht pixelsebi lautet. Aber Gott sei Dank - die hCard Spezifikation sieht bereits ein Feld für “nickname” vor.

Das bedeutet: Wenn ich die hCard von einer Person habe, die ihren Nicknamen enthält (den sie auch überall verwendet), kann ich grundsätzlich schonmal über die URL bei mehreren Diensten auf die entsprechenden Seiten zugreifen.

Ein einfaches Beispiel mit QYPE* und Plazes:

Ich gebe bei einem möglichen Mashup einfach die URL meines Blogs an und dann können schonmal ohne jegliche API auf Basis von Microformats sehr viele Dinge passieren:

  • meine Kontaktdaten und vor allem mein Nickname werden aus meinem Blog ausgelesen (da dort meine hCard liegt)
  • mit diesem Nickname, bekomme ich einfach über die URL bei Plazes raus, wo ich bin und für diesen Ort wiederum eine hCard die ich auslesen kann

An dieser Stelle haben wir jetzt das großartige Glück, dass QYPE* (fast) so genial war und tatsache jeden Ort mit einer deskriptiven URL ansteuert. Es werden Name und Ort verwendet … nur leider, leider kam da noch eine Art laufende Nummer dazwischen, die man ja einfach durch die PLZ (wink mit dem Zaupfahl) ersetzen könnte, um die Einzigartigkeit zu garantieren. Die PLZ kennen wir nämlich von Plazes - die laufende Nummer leider nicht. Wenn dem so wäre, ginge es folgender Maßen weiter:

  • jetzt könnte ich einfach über eine URL bei QYPE* den Ort ansteuern, an dem ich mich gerade aufhalte. z.B.: http://qype.com/place/10961-Kaffee-am-Meer-Berlin
  • Unter dieser URL finde ich dann alle Reviews von anderen Leuten im Mikroformat hReview
  • diese Reviews enthalten wiederum hCards von den Leuten, die sie geschrieben haben
  • sollten diese hCards auch den Nickname enthalten, könnte ich damit schon wieder eine Vielzahl an spannenden Anfragen bei zahlreichen Diensten starten

Die Menge an Daten, die ich damit auslesen und neu aggregieren kann, ist also wirklich enorm und lässt an sich schon enorm viele Mashup Szenarios zu!

Damit hätten wir also rein theoretisch ein Mashup, was zwei Dienste benutzt, um erst festzustellen wo ich bin, um dann über einem anderen Dienst Reviews abzurufen, die diesen Ort bewertet haben. (wenn das mal nicht genial ist)

Das Beispiel ist bis hierher zwar sehr simpel gestrickt (und enthält noch einen kleinen Stolpersteine auf Seiten von QYPE*), öffnet einem aber denke ich die Augen, was mit Mikroformaten und gut designten URL’s aufeinmal alles möglich ist. Auf dieser Basis könnte man glatt mit wenigen Schritten einen Mashup Baukasten aufsetzen. (tolle Idee, wer machts?)

Fazit: Microformats könnten API’s weitesgehend sinnlos machen!

Ich denke das Potential ist enorm und wenn sich gewisse URL Standards etablieren könnten und sich natürlich Mikroformate an sich stärker verbreiten, gepaart mit entsprechenden Crawlern, werden auf einmal Mashups einer anderen Generation möglich … ich sag es jetzt nicht … doch ich sags: Mashups2.0 vielleicht?

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11 responses so far ↓

  • 1 N U M B - New Urban Music Blog // Jul 17, 2006 at 9:18 pm

    Das Microformat hCard…

    Bitte per Klick vergrößern, rechts unten eine hCard.Viele kennen bestimmt das vCard-Format, mit dessen Hilfe sich Adresskontakte standardisiert etwa zwischen E-Mail-Clients oder auf Handys übertragen lassen. Das Microformat hCard ist so etwas wie …

  • 2 Tim Pritlove // Jul 25, 2006 at 12:21 am

    Naja. Ich sehe Microformats und Web APIs weniger als Konkurrenten sondern vielmehr als sich ergänzende Komponenten, wenn überhaupt. Die Semantik, die sich mit einfach CSS-Klassennamen ausdrücken lässt ist schon sehr begrenzt und wenn überhaupt nur für wenige populäre Formate anwendbar.

    HTML ist dazu die Webhure schlechthin und daher viel zu sehr im Feuer von Syntaxfehlern, Fehlinterpretationen und kaputten Parsern. An dieser Stelle halte ich nur wohldefinierte XML-Formate für sinnvoll. Da auch die Microformate sich meist an vorhandenen Standards orientieren, führt da eh kein Weg dran vorbei.

    Dazu haben Web APIs eine bidirektionale Natur und sind daher als aktive Komponente ohnehin nicht mit einem statischen Format zu vergleichen.

  • 3 pixelsebi // Jul 25, 2006 at 4:44 am

    Danke fürs Feedback …

    … es hängt auf jedenfall stark von den Cases ab, über die man spricht. Microformats ermöglichen sicherlich für eine Vielzahl an Fällen ein Vorgehen, was ohne Web API machbar ist und bei denen auch die Begrenztheit an Semantik durch Class Names ausreicht.

    Die angesprochenen Probleme können ja auch bei wohldefinierten XML-Formaten trotz DTDs auftreten …

    Aber Du hast auf jedenfall Recht, dass es um sich ergänzende Komponenten handelt. Interessant wäre ja mal sich die Ausprägung dieser Ergänzung näher durch den Kopf gehen zu lassen …

    Ich weiss nicht, ob Du auch meinen englischen Artikel zum gleichen Thema gelesen hast?

    Spannend ist nämlich auch, welchen Einfluss Microformats auf deskriptives URL Design nehmen könnten? Prinzipiell ist ja eine bidirektionale Kommunikation auch nicht ausgeschlossen, wenn man ohne Web API arbeitet. Anfragen und Ergebnisse können ja auch über URL’s, bzw. XHTML Seiten laufen. (z.B.: http://beta.plazes.com/whereis/pixelsebi/ ist ja schon ein bidirektionales Beispiel auf Basis deskriptiver URLs und Microfromats)

    Freue mich über weiteres Feedback und Du bist natürlich herzlich zum Barcamp in Berlin eingeladen, wo sicherlich auch einiges über das Thema gesprochen werden wird.

    Danke :D

  • 4 pixelsebi's repository // Jul 25, 2006 at 5:18 am

    Microformats enbale Mashup2.0 … MicroMashUp…

    Working the last months with microformats a lot, I come up with the conclusion, that microformats enable us to implement mashups in a totally different way … I call this kind of implementation mashup2.0 … or a litte less buzzword like:
    Micr…

  • 5 Mashup // Jul 29, 2006 at 4:59 pm

    Weitere Mashups und APIs habe ich hier gefunden http://www.webmashup.com

  • 6 Herbal phentermine. // Mar 18, 2007 at 12:59 pm

    Herbal phentermine….

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  • 7 Mexxra // Apr 19, 2007 at 1:09 am

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  • 8 Britney // May 25, 2007 at 8:03 pm

    I just wanted to say WOW!!! goose bumps and e-motions, the design of your web page really got me!!! Check my sites ;)

  • 9 3f406be346ecc193e9284ece6893ca3a // Jul 17, 2007 at 10:24 am

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  • 10 Holger // Sep 21, 2008 at 11:38 am

    Hi, hast Du inzwischen das qype/places-mashup gebastelt?

  • 11 Sebastian Küpers // Sep 21, 2008 at 2:38 pm

    Nein - dazu ist es leider nie gekommen.

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