In einem aktuellen Artikel schreibt Tara über die Möglichkeit, nicht einfach nur Blogs per RSS, sondern direkt Leute abonnieren zu können. Man kann dann selbst festlegen, welche Daten ich von einer Person abonnieren möchte:
- seine Blog Posts
- seine del.icio.us Bookmarks
- seine Fotos vielleicht noch
- seine Podcast Abonnements
- seine Diggs wären auch ganz nett
- seine aktuellen Plazes (wo isser denn gerade)
- seine neusten Rezensionen
- seine neuesten Videos
… im Prinzip also alles was das soziale Web im Moment so zu bieten hat. Klingt im ersten Moment verführerisch und irgendwie im Anbetracht der Entwicklungen konsequent. Da ich aber erst gerade in meinem aktuellen Podcast über die Gefahr von Microformats, bzw. dem semantischen Web im allgemeinen, gesprochen habe, dass Programme immer bessere Profile von einem Menschen erstellen können und GEO-Marketing dadurch immer einfacher wird, lässt mich das ganze auch noch mal kurz inne halten.
Will man sowas wirklich? Umso länger ich mir das durch den Kopf gehen lasse und mir vorstelle, wie so eine Tool aussehen könnte muss ich sagen: Ja - ich will ABER:
Hier spielt jetzt natürlich Authentifizierung und Privacy Control eine wichtige Rolle. Denn ich will natürlich nicht, dass jeder in der Lage ist, mich so exakt zu beobachten. Aber für Familie, Arbeitskollegen und Freunde ist das sicherlich interessant.
Ich bin auch gerade erst auf den neuen Dienst VOX von sixapart aufmerksam geworden, der damit wirbt, mehr Kontrolle in die eigene Daten zu bekommen und nicht mehr alles so willkürlich zu veröffentlichen. Ich denke diese Denke ist richtungsweisend und da wird in Zukunft noch mehr passieren.
Wie geht es euch damit? Abonniert ihr nicht vielleich eh jetzt schon einige der oben genannten Feeds händisch von ein und derselben Person? Wäre es nicht praktisch, direkt diese Person abonnieren zu können?




8 responses so far ↓
1 Ralph // Aug 14, 2006 at 4:26 pm
Eine umfassendere Kontrolle, wer was von einem sehen darf/soll, klingt auf jeden Fall wünschenswert. Man bedenke die Möglichkeiten: Die neue Freundin kann Fotos von der Ex sehen, aber nicht umgekehrt…
2 metronom // Aug 14, 2006 at 5:36 pm
Naja, dass mit den “guten Freunden” ist wieder so eine Sache. Sind die Daten erst einmal in der Welt (und bei einem mehr oder weniger kommerziellen Anbieter gespeichert), ist die Kontrolle darüber zumindest fragwürdig. Wichtiger als die fortschreitende Zusammenführung von Daten wäre es, Daten wirkungsvoll vernichten zu können. Das klingt irrsinnig - ich weiß.
Dazu müsste ich aber erstmal “sicher” wissen, wo Daten gespeichert werden, die mir zuzuordnen sind (Man denke nur an den Google-Cache). Vielleicht brauchen wir also dafür eigentlich ein DRM. Ein Digital Rights Management für den Bürger. Schwieriges Thema - aber sehr wichtig!
Es muss also heißen: “Meine Daten gehören mir!” Anbieter von Web-Diensten sollten mir schon heute ermöglichen, die Öffentlichkeit und Verwendung meiner Daten wirkungsvoll zu steuern und diese Daten ggf. auch zu löschen.
3 Marian // Aug 14, 2006 at 5:55 pm
Ich wundere mich beim ganzen 2.0-Hype schon von Anfang an (aber auch sonst schon immer), wie bereitwillig viele Leute persönliche Daten freigeben. Denke den allermeisten Leuten ist nicht bewusst, was mit diesen Daten alles angestellt werden kann.
Wenn ich “Profilerstellung” höre denke ich unweigerlich sofort auch an Orwells und Huxleys Utopien, die genau darauf basieren und vor Augen führen, wo sowas hinführen kann. Auch wenn man das unrealistisch finden mag. Trotzdem gefällt mir auch der Gedanke nicht, dass mir von Leuten aus meinem “Profil” mein “persönliches” (Werbe-)Angebot geschnürt wird, ohne dass ich darauf Einfluss hätte. Letztlich ist das für mich eine Manipulation, da man logischerweise mehr Dinge kauft, die man kennt. Wenn einem nun bestimmte Dinge gar nicht erst angeboten werden, kauft man sie auch nicht, sondern nur noch das, was einem als “personalisiert interessant” suggeriert wird.
Andere Leute argumentieren gerade umgekehrt und finden es positiv, wenn sie nur noch Dinge angeboten bekommen, die nach ihren Interessen sortiert sind. Mag man so sehen, ich will mich aus genannten Gründen jedoch so nicht manipulieren lassen. Letztlich gehts bei Profilerstellungen immer nur um finanzielle Interessen der Ersteller. Oder gar um Überwachungsmöglichkeiten…
4 pixelsebi // Aug 14, 2006 at 6:29 pm
@Metronom
Genau über das was Du da andeutest hab ich gestern noch nachgedacht. Ich hatte das ganze irgendwie erstmal DataTrust oder DataControl getauft - in Anlehnung an AttentionTrust.org - Und zwar müsste man einen (vertrauenswürdigen) Dienst haben, der ähnlich funktioniert wie co.comments: Ich würde gerne jedesmal, wenn ich etwas publiziere oder Daten von mir angebe - egal ob im Blog, in Comments, oder auf irgendeiner anderen Plattform, wo ich ein Formular ausfülle und danach “ok” drücke, dass dieser Publikation für mich transparent archiviert und mit einer MicroID versehen wird, die diese Publikation eindeutig kennzeichnet.
Webseiten können sich dann zu DataTrust bekennen und freiwillig ein Plugin installieren, was jedesmal prüft, ob noch eine gültige MicroID verifiziert werden kann. Nur dann wird weiterhin mit meinen Daten gearbeitet. Mit dem Einsatz der DataTrust Erweiterung wird dann auch ein Manifist bzw. Principles anerkannt, die gewisse Rechte an den eigenen Daten einräumen und sicherstellen (durch die Erwietrung)
Ich als geistiger Urheber und Eigentümer über meine Daten, kann dann über diesen besagten Dienst jederzeit die Publikation/Daten wieder entziehen und als ungültig kennzeichnen. Ich bekomme somit mehr Transparenz und Kontrolle.
Wenn man so eine Initiative erstmal in Gang setzt und viele Webseiten DataTrust unterstützen, könnte man dann evtl. auch den Druck auf dei Großen aufbauen und vor allem begleitent zu diesem ganzen Thema informieren. Das ganze liesse sich noch mit CreativeCommons usw. ergänzen.
@Marian
Ich denke Aufklärung ist erstmal das wichtigste. Das Problem ist ja, dass die meisten Leute sich einfach gar nicht über die Konsequenzen bewusst sind. Wahrscheinlich brauch man auch erstmal diesen Daten-Offenlegungs-Web2.0 Boom, damit man dieses Thema eingehend thematisieren und die Leute sensiblisieren kann.
Was sagt ihr? Diese DataTrust Inititative solltet gestartet werden, oder? Noch Ideen dazu? Wollte nämlich eigentlich einen englischen Artikel über die Idee schreiben.
5 Ralph // Aug 14, 2006 at 6:35 pm
Metronoms Denkansatz mit DRM finde ich interessant. Sebastian hat ja in einem früheren Artikel bereits die Idee eingebracht, Daten wie Fotos, Musik, Profile, etc. auf einem eigenen oder angemieteten Server zu speichern und Diensten nur den Zugriff darauf zu erlauben. Also kein Hochladen von Bildern zu Flickr oder ähnlichen Anbietern, sondern die Fotos auf seinem eigenen Rechner (”alwayson”) oder einem Server abzulegen und sämtlichen Diensten die man verwenden möchte, den Zugriff darauf zu erlauben und die Nutzungsbedingungen genau festlegen zu können. Wenn man das ganze mit DRM paaren könnte, hätte auch endlich mal der Kunde etwas davon: Nicht nur die Industrie könnte festlegen, wie mit ihren Produkten umgegangen wird, sondern der Contentersteller kann dies dann selbst in die Hand nehmen.
@Marian: Ich muss zugeben, daß ich lieber personalisierte Werbung erhalte, als Werbung für Produkte, die mich einen feuchten Dreck interessieren. Jeder kann immer noch für sich selbst entscheiden, ob und wann er kauft. Wenn es dir so geht wie mir, bist du mittlerweile blind für Google Ads - da wird einfach automatisch drübergelesen
6 metronom // Aug 14, 2006 at 10:09 pm
Der vorgeschlagene Ansatz - egal ob nun Server oder Dienst - gefällt mir. Die von Ralph ausformulierte Idee, die eigenen Daten nur noch zum dynamischen Abruf bereitzustellen scheint praktikabel (bin kein Entwickler). Brauchen wir dafür eine Initiative? Oder brauchen wir erst einmal eine techische Lösung?
7 S.Zamani // Aug 15, 2006 at 3:43 am
ok das verwirrt mich wir schreiben fast zum selbem thema am selben tag… das finde ich witzig aber auch ewas erschreckend
8 Sebastian Küpers // Aug 17, 2006 at 10:49 am
Wahrscheinlich brauchen wir beides. Ich werde da nochmal einen englischen Artikel zu schreiben und mal sehen, was es so für eine internationale Resonanz darauf gibt.
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