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Fragen an die Welt: Dropping Knowledge

August 30th, 2006 · 7 Comments · Social Web, Thoughts

Das social Web erfährt eine neue Ausprägung: Mit Dropping Knowledge ist es möglich eine Frage zu übermitteln, für die von Internet Nutzern à la Digg gestimmt werden kann und dann ggf. unter die 100 beliebtesten Fragen kommt, die an 112 Intellektuelle aus der ganzen Welt gestellt werden wird.

Das Konzept dieser Aktion hört sich wirklich sehr spannend an:

On September 9, 2006, 112 of the world’s great minds will come together around the world’s largest table in Berlin’s historic Bebelplatz square. Recorded by 112 digital cameras, they will simulaneously answer 100 questions chosen out of thousands donated by the global public. The resulting 600+ hours of audivisual content will launch an unprecedented online resource: a knowledge portal and dialog forum created to host a global conversation convering the most pressing questions of our time.

Schade ist nur, dass es nicht zu funktionieren scheint. Die Top 10 Fragen, der tausenden Fragen, habe gerade mal max. 70 Votes und es sind sogar viele mit weit unter zehn Votes dabei. Viele Fragen sind doppelt und drehen sich um Entlassungen bei der Allianz. Dafür brauch man nicht 112 Leute nach Berlin einfliegen.

Warum scheint so eine tolle Idee zu scheitern?

Ich finde die Idee super und wie man beim Lesen der Webseite merkt, steckt da sehr viel an Prominenz und guter Absicht hinter. Nur leider scheint …

  • keiner davon was mitzubekommen (ich hab es über einen Banner auf spiegel.de entdeckt)
  • die Plattform schlecht konzipiert worden zu sein, so dass keiner für Fragen voted

Die Webseite sieht klar danach aus, dass sie jemand erstellt hat, der mehr auf das Design Wert gelegt hat, als auf die Benutzbarkeit der Plattform. Für Fragen zu voten ist viel zu schwer zu finden und auch dann noch eine Qual. Das Interface ist schlecht gemacht, die Usability mies und die Webseite verfehlt einfach mal komplett ihren Zweck.

Die Intention der Veranstaltung ist so toll und tiefgründig und scheitert dann daran, dass man die Webseite auf Image und Oberflächlichkeit ausgelegt hat. Witzig, traurig und Mehrdeutig zugleich.

Die Menschheit ist anscheint nicht in der Lage sich diese 100 Fragen zu stellen, solange Image, Aussehen und Oberflächligkeiten das Denken und Leben bestimmen, anstatt sich um die Bedürfnisse der Menschen zu kümmern.

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7 responses so far ↓

  • 1 Stephan // Sep 1, 2006 at 6:11 pm

    Ich kann dir (uah ist die Schriftgrösse in der Kommentar-box klein, mach ma bitte grösser!) sagen warum dort wenig gevoted wird.

    Zum ersten ist das kein Projekt der breiten Masse, sondern von einer Stiftung. Zentral gelenkt, sehr gesichtslos.

    Zweitens steckt unheimlich viel Geld drin. Wer braucht da noch die breite Masse? Die Fragen sind schon vor ner ganzen Weile gesammelt worden.

    Drittens ist das Projekt in einschlägigen Medien durchaus annoncierrt worden. Im Moment ist da etwas Funktstille, ich würde schätzen die Ruhe vorm Sturm.

    Viertens gibt es zu viel Interessantes. Es ist wirklich schwer, tolles nicht zu verpassen.

  • 2 Sebastian Küpers // Sep 1, 2006 at 7:10 pm

    Also Du meinst, es ging nie wirklich darum, ernsthaft Fragen zu sammeln? (Schrift wieder größer) Naja - man hatte bestimmt von Anfang an einen Plan B für den Fall, dass kaum gute Fragen kommen werden.

  • 3 Stephan // Sep 2, 2006 at 11:47 am

    (Danke für wieder grössere Schrift)

    Es ginbg schon darum Fragen zu sammeln, nur meines Wissens nach sind die schon sehr schnell nach Eröffnung der Kampagne eingetroffen. Nur die Auswahl der Fragen wird in erster nicht durch die Öffentlichkeit getroffen, höchstens eine Vorauswahl. Ich glaube die Einschätzung der Wichtigkeit durch die Öffentlichkeit sollte nur ein zusätzliches Kriterium sein.

    Ansonsten hätte man das Projekt anders aufziehen müssen. Ausserdem haben nicht alle die gleichen Möglichkeiten, über die Fragen abzustimmen. Erstens war das Projekt nicht überall bekannt (z.B. Dir), zweitens haben längst nicht alle Menschen auf der Welt Zugang zum Internet.

    Von daher musste von den 20 000 eingesandten Fragen schon eine Vorauswahl getroffen werden.

    Schlecht ist das Projekt deswegen lange noch nicht, da eine wunderbare Frage/Antwort Matrix entstehen wird. Um genau zu sein, geben 112 Leute auf je 100 Fragen Antworten. Das macht 11200 Antworten. Das ist schon ein Pfund.

    Nur ist die Frage, ob (die sicher guten) Antworten Konsequenzen haben. Meistens nicht..und das ist das Problem.

  • 4 Sebastian Küpers // Sep 2, 2006 at 1:29 pm

    Ah verstehe - ja, das Projekt find ich an sich auch super (hatt ich ja auch so gebloggt) - dann kann man also festhalten, dass das “Digg-Prinzip” nur hier nicht funktioniert hat.

    Denn wenn es nach den Votes auf der Plattform geht, sieht die Beteiligung und das Ergebnis schon sehr traurig aus.

    Bin auch mal gespannt auf die Ergebnisse - diese sollen ja auch im Sinne des “Semantic Web” irgendwie nett aufbereitet werden … weisst Du darüber mehr?

  • 5 Stephan // Sep 2, 2006 at 3:19 pm

    Nein… aber ich empfehle dir mal folgendes:
    http://chaosradio.ccc.de/cre018.html

    Auf jeden Fall sollen die Antworten umfangreich nachbereitet werden. Zitat:
    “Seed material of dropping knowledge’s groundbreaking online Archive, the estimated 672 hours of content generated at the Table of Free Voices will be transcribed, translated into numerous languages and made freely accessible to all in a variety of digital formats.”

    Ob bei der Transkription auch ein semantisches Format befüllt wird, wird sich zeigen. Aber so könnte man rechnergestützt Antworten miteinander verknüpfen.

  • 6 Planblog » Blog Archive » Dropping Knowledge // Sep 5, 2006 at 5:34 am

    […] Pixelsebi, 8/30/2006: Fragen an die Welt: Dropping Knowledge […]

  • 7 summertime // Sep 5, 2006 at 3:36 pm

    Dropping Knowledge…

    Am Samstag findet in Berlin ein interessantes Event mit spannenden Persönlichkeiten an einem geschichtsträchtigen Ort statt. Dropping Knowledge.

    Die Welt ist eingeladen, Fragen an herausragende Damen und Herren zu stellen. Mal sehen, was dabei…

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