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Das T-Online Traffic Wunder in Second Life

June 1st, 2007 · 18 Comments · Thoughts, web3.D

Da staunte ich heute nicht schlecht, als ich mir die aktuellen “Popular Places” in der Suche von Second Life angeschaut habe: T-Online auf Platz vier der weltweit “beliebtesten” Plätze in Second Life?

Für Geld gibt es in SL alles - auch Traffic!

Des Rätzels Lösung offenbarte sich mir dann auch gleich bei meiner Ankunft: Dancepads - hätte ich eigenltich gleich drauf kommen können. Dancepads sind kleine Flächen auf denen man Tanzen kann und man bekommt dafür - man höre und staune - Geld.

Bei T-Online 3L$ für 10 Minuten tanzen. Wenn man also 1.000 Minuten - sprich gute 16 Stunden am Stück - getanzt hat, macht das einen Euro - wahnsinn! Für all diejenigen, denen das zu anstregend ist, gab es aber Gott sei Dank auch Strandtücher, auf die man sich legen kann und somit im Schlafe reich wird.

Warum macht man sowas?

Die Frage lässt sich als Avatar leicht beantworten: Weil es Geld bringt. Aus sicht von Landbesitzern ist die Frage auch noch leicht zu beantworten: Weil es Traffic bringt.

Dazu muss man wissen: Um so mehr Traffic man hat, um so weiter oben steht man in der Second Life internen Suchmaschine. Dancepads sind also nicht anderes als Suchmaschinenmarketing-Instrumente.

Aber warum macht ein RL Brand sowas in Second Life? Ist das eine gute Idee? Man stelle sich vor auf dem Ku’damm stehen Leute vor einem T-Com Schaufenster weil sie Geld dafür bekommen und somit andere Passanten anlocken.

Nutzt oder schadet Camping einer Marke in Second Life?

Auf der einen Seite war bei T-Online durchaus eine witzige Stimmung und die Leute haben sich entgegen meiner Erwartung angeregt unterhalten und teilweise das umliegende Freizeit Programm (Reiten auf Killerwahlen) genutzt. In den 5 Minuten bei T-Online hatte ich also durchaus ein Stück weit “Branded Entertainment”, was bei einer leeren Corporate Sim sicherlich nicht der Fall gewesen wäre.

Andererseits wurde sich dort natürlich nicht im geringsten über T-Online ausgetauscht und ich denke 50% der anwesenden Besucher wussten auch überhaupt nicht wo sie da wirklich waren und hatten eher damit zu tun festzustellen welche Sprache die anderen 50% sprechen - nämlich deutsch statt englisch.

Die Qualitäts des Traffic aus Sicht von T-Online dürfte daher eher mies ausfallen. Die Streuverluste sind beim Einsatz von Dancepads wirklich riesig und es muss jedem Unternehmen klar sein, dass somit 99% der Besucher wegen den 3L$ pro 10 Minuten und nicht aus dem Interesse an dem eigenen Unternehmen kommen.

Ich denke ein Schaden für die Marke entsteht dann vor allem bei den Kunden, die eigentlich die wertvollen sind. Nämlich die, die kommen um sich mit der Marke/dem Angebot zu beschäftigen und dann feststellen, dass dort aber eine zappelende Gemeinde anzutreffen ist, die überhaupt nichts mit T-Online am Hut hat und nur des Geldes wegen da ist.

Auf dem Ku’damm würde man auch verägert weitergehen wenn man feststellt, dass man offensichtlich nur billig angelockt wurde, anstatt dass sich das Unternehmen wirklich Mühe gegeben hat, mir einen Mehrwert zu bieten.

Fühlt man sich ja fast so betrogen, wie beim Doping Skandal im Profi-Radsport … momentmal … war da nicht auch …

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18 responses so far ↓

  • 1 G8-Kritiker-Cafe // Jun 2, 2007 at 1:53 am

    Also wir haben gestern auf dem SIM nebenan, also T-Online Island genausoviel Traffic mit unserer Anti G8 Demo produziert. Und das ohne das jemand was dafür bekommen hat. Ausser der Telekom den traffic ;-)

    Wenn uns jemand joinen möchte. Wir machen weitere Demos und Partys. SIM Oeconomica oder in der Suche heiligendamm eingeben. Wir haben das weltweit einzige Second Life G8-Kritiker Cafe eingerichtet. Oder einfach in Google suchen: Second life heiligendamm.

    Man sieht sich!

    Die G8-Kritiker

  • 2 WiMaBlog IT-Know How :: Links #1 // Jun 2, 2007 at 10:43 am

    […] SEO und Trafficbooster in Second Life (Vielleicht eine neue Inspirationsquelle für die Y*****n-Traffic-geilen Blogger!? Bezahlt einfach eure Besucher nach Länge des Aufenthalts.  ;) ) Bookmarks […]

  • 3 Michael Wald // Jun 2, 2007 at 5:13 pm

    Die Frage hab ich mir auch gestellt nach dem Besuch bei T-Online.
    So wird das dann auch entsprechend gefeiert http://yoursl.info/ (Augenwäscherei).

    Bei Calli Island übrigens das gleiche Spiel ;-).

    Also jetzt die Frage:
    Wie bekomme ich Sinnvoll den Sim voll???

  • 4 Markus Breuer (Pham Neutra) // Jun 2, 2007 at 7:49 pm

    Mich erinnert das weniger an Doping Skandale aber mehr an die Frühzeit des Webs, als viele unserer Kunden total überzeugt waren, dass die wichtigste Messgröße für den Erfolg Hits, Pageviews oder meinetwegen Visits waren. Ich habe mir damals schon den Mund fusselig geredet, dass “Traffic an sich” recht wertfrei ist - wenn meine Website nicht werbefinanziert ist oder meine Marke noch sehr unbekannt (beides bei T-Online nicht zu befürchten).

    Es ist keine allzu große Kunst, Traffic auf eine Website zu bekommen (oder Traffic auf ein SL Sim): einfach Banner-Werbung schalten, die Gewinnspiele oder nacktes Fleisch verspricht (oder Dance Pads in Second Life aufstellen). Aber … welchen Beitrag leistet das zum Wert meines Unternehmens/meiner Marke? Wenn diese Frage nicht einfach (und nicht mit “keinen!”) zu beantworten ist, sollte man die Messgröße Traffic als Erfolgsinfikator sicherlich noch einmal überdenken.

    Das Problem ist aber weder im Web noch in virtuellen Welten unlösbar. Wie ich (potentielle) Kunden auf positive und nachhaltive Weise mit meiner Marke involviere zeigen andere Projekte - die aber eben viele gute Ideen verlangen und auch dauerhaften Betriebsaufwand verursachen. Mehr dazu (man verzeihe mir die Eigenwerbung; ohne diesen Link würde der Kommentar zu lang) unter
    http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2007/05/welche_projektm.html

  • 5 Sebastian Küpers // Jun 2, 2007 at 9:32 pm

    @Michael - danke für den Hinweis - dachte mir schon, dass das irgendwo bejubelt wird.

    Es gibt scheinbar eine dritte Macht in SL, die nichts mit Glücksspiel und Sex zu tun hat; KOMMUNIKATION!

    *hüstel*

  • 6 Andreas Mertens // Jun 2, 2007 at 9:40 pm

    By the way….. Heute flatterte bei mir eine Pressemitteilung rein vom Apfelland. Die preisen sich mit der Nummer 3 !

    Ich habe mich schon öfter gefragt, wie man den “Camper-Betrug” automatisiert erfassen oder wie man so etwas in der Analyse herausrechnen kann.

    Im Moment lösen wir das höchstwahrscheinlich so, dass wie für unsere Messmethode mit dem LandScanner einen Lizenzvertrag entwerfen, bei dem sich der Kunde verpflichtet, solche Methoden NICHT anzuwenden, ansonsten verliert er die Lizenz wieder.

  • 7 Sebastian Küpers // Jun 2, 2007 at 9:46 pm

    @Andreas - bei der Kontakterfassung des IAN funktioniert es so, dass wenn ein Avatar einmal in Reichweite gekommen ist, er einmalig gezählt wird.

    Er muss sich dann erst wieder aus der Zone raus- und wieder reinbewegen, damit er erneut gezählt wird. Die ganzen Apfelland Zombies treiben also diesbezüglich nicht die Kontakte hoch.

    Das funktioniert wirklich nur bei der SL internen Suche. Ist hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich dort mal was ändert.

    Warum versucht man z.B. nicht danach zu gehen, wieviele Unique Landmarks es von einem Ort in den Inventaren aller Avatare gibt? - das käme dann dem Google Prinzip etwas ähnlicher.

  • 8 Bernd Celt // Jun 3, 2007 at 12:11 am

    auf der Liste der “Popular Places” sind ausschließlich eingekaufte Orte. Ale zahlen ein paar Linden für den Besuch. Im deutschen Tutorium haben wir mancherort einen Traffik von 10200. Das ist zwar nur 10 % von der T-Online, aber dafür keine Camper. Ich bin mir auch nicht sicher, dass die Liste Popular Places auch seinen wirklichen Zweck erfüllt. Also für “unbezahlten” Traffik zu sorgen. Ich habe in vielen Gesprächen mit SL Usern gehört, dass die Spots in dieser Liste nie beachtet werden, außer man wil ein paar Linden verdienen.

    Die Idee mit den Landmarks ist im ersten Moment interessant, aber ich hbe sicherlich über hundert drin, bei denn ich die wenigsten tatsächlich Besuche.

    Eine Suche in SL ist derzeit noch nicht sinnvoll integriert. Alle scheinbar guten Lösungen sind Webbasiert. Evtl. wird HTML on Prim diese Methoden charmanter gestalten.

  • 9 Christian Scholz // Jun 3, 2007 at 8:34 pm

    Auf Dauer wird es im übrigen eh so aussehen, dass Traffic nicht mehr das einzige Merkmal für die Popularität eines Ortes sein wird.

    Den genauen Algorithmus will man uns allerdings nicht verraten und hofft, dass er ungamebar genug sein wird (sonst wird angepasst).

    (Bis dahin wird wohl aber eh noch was Zeit vergehen, da dies Teil der neuen Such-Implementation ist, die aber laut LL noch sehr in den Kinderschuhen steckt).

  • 10 Sebastian Küpers // Jun 3, 2007 at 10:15 pm

    Ah - das sind ja gute News Christian :) Übrigens nette Zusammenkunft hier in den Comments ;)

  • 11 Das SecondLife-Blog » Mindestlöhne in Second Life? // Jun 5, 2007 at 10:13 pm

    […] (Sebastian Küpers hat übrigens sehr interessante Gedanken zum Einsatz von Campchairs zu “Papier” gebracht, aber das würde uns vom Thema wegführen) […]

  • 12 Secondlife Talk » Interview mit TJ Ay, Betreiber von Kreiss und Ebersberg // Jun 6, 2007 at 9:09 am

    […] Gestern Abend, kurz vor der Abfahrt in seinen Urlaub erwischten wir noch TJ Ay und konnten mit dem SIM-Betreiber der beiden deutschen SIMs Ebersberg und KREISS ein Interview betreiben. Seine beiden SIMs sind in unserem Reporting bzw. SIM-Ranking, welches wir gerade entwickeln, sehr positiv aufgefallen. U.a. generiert er echten Traffic, ohne über bezahlte Dancepads oder Camping Chairs künstlich den Traffic zu erzeugen. Seine SIMs nehmen wir in einer Casestudy für unser Scannerprodukt auf. Zudem inspirierte er uns, in das Lizenzmodell, welches wir gerade entwickeln, Inseln von unserem standardisiertem Messverfahren auszuschließen, die Traffic über bezahlte Camping Chairs oder Dancepads künstlich in die Höhe treiben. Außerdem hat TJ Ay seinen neusten Video und ein paar Bilder für Euch mitgebracht, um Euch das Feeling seines Salza Clubs “en Cielo” rüberzubringen. In dem Interview von TJ Ay verrät er uns einiges über seine SIMs, wie es dazu kam, seit wann er in Second Life ist uvm. […]

  • 13 Pedro Meya Marty - Second Life Agency : Second Life Agentur » Blog Archive » Wie stark wird Second Life wirklich genutzt? // Jun 6, 2007 at 5:17 pm

    […] Schlussfolgerung: Mehr als die Hälfte der SL User besuchten über den gemessenen Zeitraum (Januar bis Ende Mai) einen ein Mal besuchten Sim total 5 mal. Die gemessenen Werte, basierend auf dem effektiven Verhalten der User, zeichnen also ein etwas anderes Bild als die Umfrageresultate von Fitkau. Nichtsdestotrotz scheinen einige Sims unter Traffic-Mangel zu leiden und setzen mit sogenannen «Dancepads» auf aussergewöhnliche Methoden, die kaum zu empfehlen sind. […]

  • 14 Malte // Jun 8, 2007 at 3:23 pm

    1 Euro in nur 16 Stunden? Wow, ich glaub ich höhr auf zu Arbeiten.

  • 15 ingrid // Jun 26, 2007 at 12:14 am

    eu adoro este jogo

  • 16 ingrid // Jun 26, 2007 at 12:18 am

    you is beautiful

  • 17 Christian Listmann // Jul 4, 2007 at 12:39 pm

    Das Thema Camping in SL ist grundsätzlich sehr bizarr, finde es sehr schön, dass dies hier im blog mal aufgegriffen wird.

    Ich kann es nicht genau beziffern, bin mir aber sehr sicher, dass der Stromverbrauch eines Rechners und die damit verbundenen Kosten bei Dauercamping in SL höher sind als die paar L$, die der User zurückbekommt.

    Hinzu kommt, das SL sehr leistungshungrig ist und der Stromverbrauch somit höher sein dürfte als bei “normalen” Anwendungen.

    Warum machen Nutzer so etwas dann überhaupt? Vielleicht hat ja mal einer Lust den Stromverbrauch auszurechnen, ggfs. kommt dann doch der ein oder andere SL User auf die Idee, anders an L$ zu gelangen.

  • 18 Multimediablog » Virtuelle Immobilien in Second Life // Aug 13, 2007 at 11:47 pm

    […] Anzumerken ist aber, dass die sogenannte Beliebtheit auf dem derzeit intriegenhaften Messsystem von Lindenlab beruht. Der derzeitig einzige Messwert, wird aus der Anzahl der gemessenen Userminuten, im Verhältnis der gesamten Onlinezeit in Second Life, der jeweils gemessenen Besuchern, ermittelt. Nochmal vereinfacht dargestellt: Ein Avatar logt sich in Second Life ein und verbringt 30 Minuten in Second Life. Wenn er nur an einem Ort verweilt, wird sein gesamter Bonuswert diesem Ort gut geschrieben. Die Höhe seines Wertes addiert den jeweiligen Traffik des Ortes zum Gesamt-Traffik. Je mehr Avatare an einem Ort sich aufhalten, je höher steigt der gemessene Traffik. Dieses System wird schon seit langem von Firmen wie der Telekom […]

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