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Crowdsourcing … Kunden wissen es meist besser

September 18th, 2006 · 1 Comment · Knowledge, Social Web

Der neuste Begriff, dem ich in letzter Zeit immer öfter begegne ist ja “Crowdsourcing”. Es handelt sich dabei um eine Wortverschmelzung von Crowds (Menschenmengen) und Outsourcing (Auslagern) und beschreibt die Möglichkeiten des sozialen Web, die eigenen Kunden stärker mit in kreative Prozesse eines Unternehmens einzubeziehen.

Cluetrain kennt Crowdsourcing schon länger

Die Tatsache, dass Kunden meist besser über die Produkte eines Unternehmens bescheid wissen und somit ein wertvolles kreatives und innovatives Wissenspotential aufweisen ist nicht neu und wurde bereits im Cluetrain Manifest beschrieben:

12. Es gibt keine Geheimnisse. Der vernetzte Markt weiß mehr als jeder Hersteller über seine Produkte. Ob gut oder schlecht, das Wissen spricht sich herum.

Unternehmen befinden sich momentan inmitten eines Paradigmenwechsels, was die Interaktion mit ihren Kunden angeht.

18. Unternehmen, die nicht begreifen, dass ihre Märkte von Mensch zu Mensch vernetzt sind, das Gespräch suchen und dabei immer intelligenter werden, verpassen viel versprechende Chancen.

Einer dieser bereits damals vermuteten Chancen, die Unternehmen verpassen könnten, ist das “Crowdsourcing”. Was aus dem gesamten Cluetrain Manifest natürlich auch deutlich hervorgeht, ist die Tatsache, dass eine grundlegende Vorrausetzung für Crowdsourcing der Wille zum aktiven Dialog mit den Kunden ist.

Crowdsourcing an einem Beispiel erklärt

Um Crodwsourcing etwas greifbarer zu machen, sei vielleicht das Beispiel der ganzen private/public Beta Phasen von Produkten/Diensten herangenommen.

Beta, Beta, Beta

Was von manchen meist belächelt wird als “Noch Beta aber schon Web2.0″ hat Sinn und Verstand und dahinter steckt natürlich auch eine Form des Crowdsourcing. Hat man zu New Economy Zeiten noch versucht, mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit Produkte an den Markt zu bringen, lässt man es heute gemütlicher angehen und gewährt einer kleinen Benutzergruppe Zugriff auf ein frühes Beta-Release von Produkten.

Wissen und Erfahrungen der Kunden nutzen

Dahinter steckt eine stark gestiegende Wertschätzung des Wissens- und Erfahrungspotentials der eigenen Kunden und bezieht diese mit in die Produktentwicklung ein … und zwar direkt und unmittelbar über Kommunikationskanäle des Web, ohne den Umweg über Marktforschungsinstitute und Fokusgruppen!

Man entwickelt nicht mehr für eine Zielgruppe ein Produkt bis zur Fertigstellung, deren Bedürfnisse und Vorstellungen vorerst mit aufwändigen Verfahren der Marktforschung evaluiert worden sind, sondern bezieht Kunden an einem bestimmten Punkt mit in den Entwicklungsprozess ein.

Das erspart einem natürlich nicht eine grundlegende Bedürfnisanalyse im Vorfeld, vermindert aber ganz enorm das Risiko, Produkte am Markt vorbeizuentwickeln und erhöht die Chance im Dialog mit dem Kunden Produktinnovationen zu entwickeln, auf die die R&D Abteilung eines Unternehmens, vielleicht alleine gar nicht gekommen wäre.

Crowdsourcing ist auch Marketing und PR Instrument

Das Einbeziehen der Kunden in die eigene Produktentwicklung, wird heutzutage stark vereinfacht durch die Kommunikationsmöglichkeiten des Internet und kann als “Crowdsourcing” verstanden werden. In diesem Fall assoziiert man also ausgewählte Kunden mit der Produktentwicklung des eigenen Unternehmens.

Aber nicht nur der inhaltiche Input ist dabei von größtem Wert, sondern auch die Wertschätzung dieser Menschen und die wahrscheinliche Chancen, dass diese daraufhin kostenlose PR für dieses Unternehmen machen werden. Crowdsourcing wird damit also auch zum Marketing und PR Instrument

Crowdsourcing ist ein offener Prozess!

Wichtig ist es, Crowdsourcing als offenen Prozess zu begreifen, der auf einer Unternehmenskultur fusst, die in einen aktiven Dialog mit ihren Kunden treten möchte und darum bemüht ist die Beziehungen zu diesen zu stärken.

Jedes Unternehmen sollte heute darum bemüht sein, in einen offenen Dialog mit seinen Kunden zu treten und das Gespräch aktiv suchen. Crowdsourcing sehe ich dabei auch als ein Instrument an, diesen Dialog zu initiieren und diese für beide Seiten eher ungewöhnliche Beziehung aufzubauen.

Mein Beispiel mag vielleicht auch seine Tücken haben, aber ich werde in Zukunft sicherlich noch öfter auf das Thema zu sprechen kommen und Potentiale von Crowdsourcing aufzeigen.

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